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Grundherren

Götzendorf im Spiegel der Geschichte

Grundherrschaften und Gerichtsbarkeit

Der Grundherr war Besitzer der Lehen und Güter und zugleich Schutzherr über Dorf und Gemarkung. In Götzendorf hatten nach einer „Beschreibung des Ambt Senftenberg oder Eckoltzheimb“ von 1693 mehr als anderswo verschiedene Grundherren ihre Zuständigkeiten: Das Kloster St. Theodor mit den Nebenstiften St. Stephanus und St. Gangolf in Bamberg, das Katharinenspital in Forchheim und das Rittergut der Stiebar zu Gunzendorf.

Genannte Grundherren besaßen auch die vogteiliche Gerichtsbarkeit über ihre Lehen. Darunter verstand man die Aburteilung über kleinere Vergehen, wie zum Beispiel „Lügen strafen“ (d.h. Verleumdung), fahrlässiger Umgang mit offenem Feuer oder Entheiligung der Sonn- und Feiertage durch „Gröhlen auf der Straße.“

Die Dorf- und Gemeindeherrschaft oblag dem Vogt in Eggolsheim, bis Götzendorf 1804 dem Landgericht Ebermannstadt zugeteilt wurde.

Eggolsheim war auch Sitz des Zentgerichts, der so genannten „Hochjuristiction“, vor welchem die Kapitalverbrechen, die „vier hohen Rügen“, abgeurteilt wurden: Mord und Totschlag, Brandstiftung, Diebstahl und Notzucht.

Der Brandverhütung wurde in dieser Zeit eine große Bedeutung zugemessen. Strenge Vorschriften im Umgang mit Feuer finden wir in den Dorfordnungen: „Das Nachtdreschen in den Städeln, wie auch das Flachsbrechen mit Lichtern, Flachsdörren in Stuben beim Ofen, Holzdörren auf dem Herd oder im Ofen ist um einen Gulden verboten.“

Verständlich werden diese strengen Auflagen, wenn man bedenkt, dass damals Häuser und Scheunen mit Fachwerk gebaut und mit Stroh gedeckt waren. Die Feuerschau, die Kontrolle der Feuerstellen und Kamine, oblag in regelmäßigen Zeitabständen den Dorfmeistern oder Dorfvögten.