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Urkunden

Götzendorf im Spiegel der Geschichte

Älteste Urkunden

Nachdem sich „Getzendorf“ zu einer funktionierenden Dorfgemeinde entwickelt hatte, sollen hier drei der ältesten und gleichfalls interessantesten Urkunden aus dem 16. und 17. Jahrhundert inhaltlich vorgestellt werden.

Ein Streit zwischen der „Gemeind zu Getzendorf“ und dem Bauern Michael Nagengast entbrennt 1582 wegen eines Gartenzauns, den dieser dickköpfige Götzendorfer zu weit von seinem Anwesen weg auf Gemeindegrund setzte.

Auch die „geschworenen Steinesetzer“, welche die strittige Grenze überprüfen und neu vermarken, können besagten Götzendorfer nicht zu einem zurückrücken erweichen. Schließlich wendet sich die „Gemeind“ an den „Ambtmann zum Senftenberg“. Nachdem aber Michael Nagengast des „Amtsmanns Befehl bis uff diese Stund nicht nachkommen“, sucht man sein Recht bei der höchsten Instanz, nämlich beim „hochwürdigen Fürsten unseres gnädigen Herrn zu Bamberg“ mit der Begründung, der strittige Zaun stehe in der „Krumm“ (Krümmung) zu weit „uff die Gemeind“.

Nach einem Vertrag vom 5. Juli 1582, gesiegelt und unterschrieben vom fürstbischöflichen Kanzler, wir der Streit endgültig geschlichtet, der Zaun zurückgesetzt und der Dorffrieden wieder hergestellt.

In dieser Zeit kam der Schäferei in den Eggerbachdörfern eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Die Hinterbliebenen des verstorbenen Hofbauern (ein Pächter, der hier den größten Hof seines Grundherrn gegen eine Geldsumme bewirtschaftete) verweigern den Götzendorfern, mit ihren Schafen auf die zu diesem Hof gehörenden Grundstücke zu treiben.

In einer Urkunde vom 13. Dezember 1583 wird der Beschwerde „der Gemeind zu Getzendorf“ entsprochen und auf die althergebrachten Rechte verwiesen:
Alle in der Gemarkung brachliegenden Felder dürfen beweidet werden, auch die des verstorbenen Hofbauern Hans Mathesen. Ausgenommen vom Umtrieb bleiben die „jungen Schrött“ (junge Triebe im Stockholz), die „Wiesmathen“ und die „Artfelder“ (bewirtschaftete Felder).

Ein strittiges und vor allem für die Eggolsheimer Gemüter erregendes Thema beinhaltet eine Urkunde aus dem Jahre 1612: „Das Bier bräuen und schenken im Amt Eckoltsheimb betreffend.“ (Das frühere Amt Eggolsheim umfasste ungefähr den Landstrich, der innerhalb der Grenzorte Buckenhofen, Hirschaid, Hochstall, Oberngrub, Drosendorf und Rettern liegt.)

So ergeht an den Amtmann zum Senftenberg, der schon seit 1525 nach der Zerstörung der Burg Senftenberg seinen Amtssitz nach Eggolsheim verlegt hatte, die Beschwerde, dass der Götzendorfer Thomas Beck sich unterstanden habe, „neuerlich und in unbefugter Weis des Wirtschafttreibens“.

Diesen Frevel nimmt der Amtmann zum Anlaß, darauf hinzuweisen, dass nur „alte Erbschenk und Breustatten“ das Schankrecht hätten und „solche und dergleichen Neuerungen und unbefugtes Wirtschaftstreiben“ unverzüglich abzuschaffen seien. Mit Nachdruck wird darauf verwiesen, dass bei erneuten Verstößen der Fürstbischof „unterthenig“ zu verständigen sei. Der adelige Amtmann Onofried von Pollheim, welcher auch den Titel eines „Raths, Hofmarschalls“ und „Pfleger von Giech“ innehatte, droht als Strafen an: „das Getränk abpfänden, zu Gelt machen (d.h. das Bier zu verkaufen) und solches neben anderen Umbgelt (d.h. als Steuer) zu berechnen.“

Welche Strafe nun Thomas Beck traf, erfahren wir nicht. Möglicherweise kamen die Götzendorfer selbst einer Pfändung des verbotenen Gebräus zuvor! ursprünglich.